Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie umfasst Eingriffe von der Zahnentfernung über Operationen retinierter Weisheitszähne und Zahnfleischchirurgie bis hin zu Knochenmaßnahmen vor einer Implantation. Die Eingriffe erfolgen je nach zahnärztlicher Beurteilung unter örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose.
Zahnentfernung
Bei einer Zahnentfernung wird ein nicht mehr erhaltungsfähiger Zahn aus dem Mund entfernt. Vorrang hat stets der Erhalt des Zahns; eine Entfernung kommt infrage, wenn andere Behandlungsoptionen nicht geeignet sind. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, und währenddessen sind keine Schmerzen zu erwarten. Empfehlungen für die Heilungsphase nach der Entfernung erläutert der Zahnarzt ausführlich.
Retinierter Weisheitszahn
Weisheitszähne können im Kiefer verbleiben (retiniert) oder nur teilweise durchbrechen, wenn nicht genügend Platz vorhanden ist. Retinierte Zähne können Probleme wie Schmerzen, Infektionen, Schäden am Nachbarzahn und Zystenbildung verursachen. Nicht jeder retinierte Zahn wird entfernt; die Entscheidung wird getroffen, nachdem die Lage des Zahns und mögliche Risiken mittels dreidimensionaler Bildgebung beurteilt wurden. Die American Association of Oral and Maxillofacial Surgeons empfiehlt die regelmäßige Kontrolle retinierter Zähne und bei Bedarf ihre Entfernung [1].
Zahnfleischchirurgie
Bei Zahnfleischrückgang, Zahnfleischwucherung oder wenn beim Lächeln viel Zahnfleisch sichtbar ist, kann eine Zahnfleischchirurgie durchgeführt werden. Die Eingriffe erfolgen aus ästhetischen und funktionellen Gründen mit dem Verfahren, das der Zahnarzt für geeignet hält.
Chirurgie vor der Implantation: Knochenaufbau und Sinuslift
Reicht das Volumen des Kieferknochens für ein Implantat nicht aus, kann ein Knochenaufbau oder im Oberkiefer eine Anhebung des Kieferhöhlenbodens (Sinuslift) erfolgen. Diese Eingriffe dienen der Vorbereitung, damit das Implantat in einem stabilen Fundament verankert werden kann. Die Eignung wird mittels volumetrischer Tomografie beurteilt.
Betäubung und Komfort
Eingriffe können mit unterschiedlichen Verfahren durchgeführt werden, von der örtlichen Betäubung über die Sedierung bis zur Vollnarkose. Welches Verfahren geeignet ist, entscheiden der Arzt, der den Patienten beurteilt, und das Anästhesieteam. Bei sehr ängstlichen Patienten und langen Operationen wird der Komfort als eigenes medizinisches Thema behandelt.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich meinen Weisheitszahn unbedingt entfernen lassen?
Nein. Weisheitszähne, die keine Probleme verursachen und in korrekter Position durchgebrochen sind, können beobachtet werden. Die Entscheidung zur Entfernung wird unter Berücksichtigung von Befunden wie Schmerzen, Infektion, Druck auf den Nachbarzahn oder Zystenrisiko getroffen. Sie beruht auf der Bildgebung des Zahns.
Ist eine Zahnentfernung schmerzhaft?
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, und währenddessen sind keine Schmerzen zu erwarten. Schwellungen und Empfindlichkeit, die in den Tagen danach auftreten können, lassen sich mit den vom Zahnarzt empfohlenen Medikamenten in der Regel gut beherrschen.
Wie lange dauert die Heilung?
Bei einfachen Zahnentfernungen beginnt die erste Heilung innerhalb weniger Tage. Bei chirurgischen Eingriffen kann es länger dauern. Ihr Zahnarzt gibt Ihnen nach dem Eingriff individuelle Empfehlungen zu Heilung und Ernährung.
Ist die Entfernung eines retinierten Zahns schwieriger als eine normale Zahnentfernung?
Da retinierte Zähne teilweise oder vollständig im Knochen oder Zahnfleisch liegen, kann ihre Entfernung einen aufwendigeren Eingriff erfordern. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, und die Planung wird vorab anhand von Röntgenaufnahmen beurteilt. Die Heilung kann etwas länger dauern als bei einer normalen Zahnentfernung; Ihr Zahnarzt gibt Ihnen individuelle Empfehlungen.
Was ist eine trockene Alveole nach der Zahnentfernung und wie lässt sie sich vermeiden?
Eine trockene Alveole ist ein schmerzhafter Zustand, der entsteht, wenn sich das Blutgerinnsel, das sich in der Extraktionswunde bilden sollte, vorzeitig löst. In den ersten Tagen nicht zu rauchen, sehr heiße und harte Speisen zu meiden und die Pflegeempfehlungen des Zahnarztes zu befolgen, verringert das Risiko. Bei starken oder zunehmenden Schmerzen wird empfohlen, sich an Ihren Zahnarzt zu wenden.
Was sollte ich nach einer Zahnentfernung essen und was meiden?
Am ersten Tag sind lauwarme und weiche Speisen zu bevorzugen; sehr heiße, harte und scharfe Speisen sollten gemieden werden. Den Eingriffsbereich nicht zu berühren und die vom Zahnarzt empfohlene Mundpflege einzuhalten, unterstützt die Heilung. Individuelle Empfehlungen gibt Ihnen Ihr Zahnarzt nach dem Eingriff.
Dauert die Heilung lange, wenn ein chirurgischer Eingriff am Zahnfleisch oder im Kieferbereich nötig ist?
Die Heilungsdauer hängt von der Art des Eingriffs und der Region ab. Nach kleineren Eingriffen ist die Rückkehr in den Alltag oft innerhalb weniger Tage möglich, umfangreichere Eingriffe können eine etwas längere Erholung erfordern. Die zu erwartende Dauer und worauf zu achten ist, wird nach der Untersuchung geplant.
Literatur
- American Association of Oral and Maxillofacial Surgeons (Amerikanische Vereinigung der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen). Wisdom teeth management, Patienteninformationen. myoms.org
- American Dental Association. Extractions and oral surgery, Portal MouthHealthy. mouthhealthy.org
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